Deutscher Gewerkschaftsbund

Gehalt wird gekürzt wegen zu vielen Urlaubstagen

Hallo,

ich habe ein Problem bezüglich meines Urlaubs. Geplant war es am Anfang meiner Ausbildung die Einzelhandelskauffrau zu machen. Allerdings habe ich erstmal nur den 2 Jahres Vertrag für den Verkäufer bekommen. In meinem Ausbildungsbetrieb muss man sich immer für ein komplettes Jahr den Urlaub eintragen, da wir eine 6 Tage Woche haben stehen mir normalerweise 30 Arbeitstage Urlaub für dieses Jahr zu. Allerdings habe ich mich vor einem Monat dazu entschieden, nach dem 2. Jahr als Verkäuferin zu gehen. Leider habe ich jedoch 6 Tage zu viel Urlaub genommen. Mein Chef sagt entweder muss ich die ganzen Stunden nachholen (es sind 37,5 Stunden und ich habe schon -12 Stunden) oder ich bekomme 6 Tage vom Gehalt abgezogen. Dazu muss noch erwähnt werden das ich 2 Wochen im Januar Urlaub bekommen habe obwohl ich ihn nie gewünscht habe und es hat mich auch keiner damals angesprochen ob ich bleiben will geschweige erstmal nur 15 Tage planen soll. Ist das rechtlich in Ordnung?

Mai: 18.04.2018 13:20:20 |
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  • RE: Gehalt wird gekürzt wegen zu vielen Urlaubstagen

    Hallo Mai,

    Danke für deine Anfrage im Forum.

    Wenn dein Ausbildungsvertrag vor dem 30.06. endet, dann wird dein Jahresurlaub durch Zwölftelung ermittelt. Das bedeutet, dass du für jeden Monat, den du im Betrieb warst, ein Zwölftel deines Urlaubs bekommst. Endet dein Ausbildungsvertrag nach dem 30.06. dann hast du Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub.

    In deinem Fall scheint es so zu sein, dass der Vertrag vor Ende Juni endet und du hast bereits zuviel Urlaub gehabt. Du schreibst, dass du den Urlaub im Januar nicht nehmen wolltest, aber schlussendlich hast du ihn genommen, deshalb kannst du in der Hinsicht nichts mehr tun. In diesem Fall kann dir der Urlaub tatsächlich vom Gehalt abgezogen werden, oder du musst ihn nacharbeiten.

    Du schreibst, dass du bereits 12 Minusstunden hast. Deshalb will ich dir hier ein paar Infos zum Thema Minusstunden geben:
    Immer wieder gibt es Azubis, die plötzlich von ihrem Ausbilder erfahren, dass sie Minusstunden angesammelt hätten. In der Regel ist diese Berechnung von Minusstunden nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). Klassisches Beispiel: Dein Ausbilder schickt dich Heim, weil nichts mehr zu tun ist. Oder du bekommst einen Anruf, dass du gar nicht erst kommen sollst. In diesen Fällen bist du bezahlt freigestellt und sammelst keine Minusstunden an. Denn du hast ein Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein Ausbilder ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Du bist schließlich Azubi.

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

    Ver.di Geschäftsstelle Saarbrücken
    St.-Johanner-Straße 49
    66111 Saarbrücken
    Tel.: 0681/98849-0
    E-Mail: bz.saar-trier@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge.
    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f


    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 19.04.2018 19:24:44


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