Deutscher Gewerkschaftsbund

Kündigung

Hallo Dr. Azubi,

Ich hätte da mal eine Frage wegen meiner Ausbildung.unzwar bin ich seit August 2017 in einer Ausbildung im lebensmittelbereich in einem Edeka Center was bis 22 Uhr geöffnet hat. Ich habe bis heute April eigentlich nur die Spätschicht dh von 14 bis 22 Uhr. In den 9 Monaten hatte ich nur 15 mal Frühschicht. Meine Frage wäre ist das rechtlich Inordnung oder nicht. Denn ich hatte mit meiner Chefin gesprochen und sie sagte das dies nicht gehen würde da ich den backshop den wir haben nicht in der früh machen möchte weil ich des öfteren schön nervenzusammenbrüche hatte da es sehr schwer ist diesen zu leiten. Sie sagte da ich den nicht machen will bleibt mir nur die Spätschicht. Doch auf meine Frage ob man mich im Laden einsetzen können war ihre Antwort nur das sie mit den Leuten in der frühSchicht zu Frieden ist und das sie mich nicht bräuchte dafür. Muss ich jtz 3 Jahre lang die Spätschicht machen von 14 bis 22 Uhr? Und ich würde gerne kündigen wäre das ein Kündigunggrund? Und dazu kommt dabei noch die Akordarbeit die ich machen muss. Ich habe den Backshop zu säubern aufzufüllen MHD zu kontrollieren und und und, dazu kommen noch Aufgaben wie die molto zu machen Kunden zu betreuen und noch einige Aufgaben der Stellvertreter zu erledigen damit diese ihre Aufgaben auch erledigt bekommen. Jedoch komme ich nach der Spätschicht immer schweißgebadet von der Arbeit so das mein tshirts und mein Pullover nass sind am Ende der Schicht. Kein anderer aus dem Backshop ( Ersatz wenn ich frei habe/ Schule habe) hat so viel zutun, den ich habe mich mit Kollegen ausgetauscht. Öfters wenn ich zur Arbeit komme und sehe wie viel ich vor mir habe + die Aufgaben die ich noch so bekomme das ich nervlich schon zu Anfang meiner Schicht am Ende bin. Ich habe den Spaß verloren da man mich nur benutzt und nicht richtig ausbildet da man zu wenig Personal hat. Und der Chef möchte niemanden mehr einstellen um Kosten zu sparen.

Bitte bitte helfen Sie mir.

Liebe Grüße Laura

Laura : 15.04.2018 14:52:27 |
  • RE: Kündigung

    Hallo Laura,

    Danke für deine Anfrage im Forum. Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst und da bist du bei uns genau richtig.

    Eine Sache, die dich stark belastet, ist, dass du so gut wie immer die Spätschicht machen musst. Ich kann gut verstehen, dass es dich stört, ständig bis 22:00 Uhr arbeiten zu müssen. Es gibt leider keine gesetzliche Regelung, die vorschreibt, dass die Schichten in regelmäßigen Abständen wechseln müssen. Allerdings könnte man argumentieren, dass es einige Ausbildungsinhalte gibt, die du nur in der Frühschicht erlernen kannst.
    Deine Chefin will dich v.a. deshalb nicht am Morgen einsetzen, weil du den Backshop nicht alleine bewältigen kannst. Du bist im ersten Lehrjahr und da kann ich gut verstehen, dass es dich überfordert, den Backshop alleine zu schmeißen. Deine Chefin hat dir gegenüber eine Fürsorgepflicht (§14 Berufsbildungsgesetz), das bedeutet, dass sie dich vor Überforderung und sämtlichen anderen Gefährdungen beschützen muss. Außerdem muss sie dich gemäß Ausbildungsrahmenplan ausbilden. Eigentlich wäre es da sinnvoller, dich in der Frühschicht im Backshop zu unterstützen und dir KollegInnen an die Hand zu geben, die dir alles erklären und dir helfen.
    Ein weiteres Problem ist, dass du das Gefühl hast, nicht richtig ausgebildet zu werden und nur „das Mädchen für alles“ zu sein.
    Für jeden Beruf gibt es einen allgemeinen Ausbildungsrahmenplan, in dem genau steht, was du wann in deiner Ausbildung lernen sollst (Ausbildungsordnungen und Rahmenpläne findest du im Netz hier: http:/​/​www.bibb.de/​de/​berufesuche.php). Außerdem muss deinem Ausbildungsvertrag ein grober Ausbildungsplan angefügt werden, in dem der Verlauf deiner Ausbildung in deinem Betrieb aufgezeigt wird. Der Ausbilder darf dir nur Arbeiten auftragen, die dem Ausbildungszweck dienen (§14 Berufsbildungsgesetz). Alle Verstöße gegen diese Ausbilderpflicht sind eine Ordnungswidrigkeit und können nach §102 Berufsbildungsgesetz mit einem Bußgeld geahndet werden!
    Du solltest unbedingt dafür kämpfen, dass deine Ausbildung nach dem Rahmenplan verläuft, denn sonst ist dein Ausbildungsziel gefährdet.

    Du schreibst, dass du dir bereits überlegst zu kündigen. Eine deiner Fragen war in diesem Zusammenhang, ob der einseitige Schichtplan ein Kündigungsgrund ist. Leider würde das nicht ausreichen, um eine hieb- und stichfeste Kündigung zu formulieren. Du könntest dir nochmal überlegen, mit deiner Chefin zu sprechen.
    Bereite dich gut auf das Gespräch vor. Sprich mit deiner Familie und deinen Freunden darüber. Diese Dinge solltest du dir vorher überlegen:
    • Schlafe erstmal eine Nacht über die ganze Sache und mach deinem Ärger nochmal Luft bei jemanden, dem du vertraust.
    • Was soll sich für dich verbessern?
    • Du kannst eine Pro & Contra Liste machen, in der du alle positiven Dinge der Ausbildung neben die Dinge stellst, die du verbessern möchtest.
    • Was ist dein Wunsch an dieses Gespräch?
    • Überlege dir auch, mit wem es sinnvoll ist, das Gespräch zu führen (Ausbilder_in, Personalabteilung, Kolleg_in) und mache dir Gedanken, wen du zur Unterstützung mit in das Gespräch nehmen könntest, denn es ist wichtig, dass du dich im Gespräch sicher fühlst. (JAV, Betriebsrat, Eltern, Kolleg_innen, Mit-Azubis etc.)
    • Vereinbare einen konkreten Termin mit deinem_rGesprächspartner_in. Stelle vorher sicher, dass er/sie Zeit hat und ihr ungestört sprechen könnt.
    • Überlege dir gute Argumente. Was könnte auch deinem_rAusbilder_in etwas bringen? Ein Argument für abwechslungsreichere Schichten kann sein, dass du dann auch am Vormittag eingesetzt werden kannst.
    • Welche Kompromisse kannst du dir vorstellen, falls dein_eGesprächspartner_in nicht auf alle deine Wünsche eingeht?
    • Überlege dir konkrete Lösungsvorschläge, um deine Situation im Betrieb zu verbessern. (z.B. Mehr Hilfe durch KollegInnen, damit du mehr lernst und breiter eingesetzt werden kannst)
    • Und keine Panik! Wenn du nervös bist, das ist ganz normal.
    Wenn du in das Gespräch gehst, bleib ruhig und sachlich.
    • Formuliere zuerst, worum es dir geht.
    • Sage klar, was dich stört. Verzichte aber auf Anklagen und bleibe bei dir und nenne Beispiele für Situationen, in denen deine Rechte nicht beachtet wurden.
    • vermeide Verallgemeinerungen! „Ich muss immer die Spätschicht machen“ Sage stattdessen konkret, wann du z.B. ausnahmsweise Frühschicht gemacht hast. Sage dabei auch, wie es dir mit der Situation geht.
    • Nenne deine Argumente und Verbesserungsvorschläge!
    • Fasse am Ende alle wichtigen Punkte, auf die ihr euch geeinigt habt, nochmal kurz zusammen. Und einigt euch auf weitere Schritte. Du kannst auch gleich einen Termin für ein weiteres Gespräch ausmachen, falls ihr nochmal sprechen müsst.
    Nach dem Gespräch solltest du ein bisschen Geduld haben. Beobachte genau, ob sich etwas verändert.
    Wenn sich an der Qualität deiner Ausbildung nichts ändert, kannst du deine Ausbilderin auch auf ihre Pflichten nochmal schriftlich hinweisen. Hebe eine Kopie des Schreibens auf. Hier ist ein Musterbrief:

    Sehr geehrter Herr/Frau ____________,
    laut § 14 Berufsbildungsgesetz müssen Sie mich entsprechend des gesetzlichen und betrieblichen Ausbildungsplans ausbilden. Ich habe jedoch wichtige berufliche Fertigkeiten noch nicht erlernt, die ich zum jetzigen Zeitpunkt meiner Ausbildung längst beherrschen müsste. Einige Beispiele:
    - (Berufliche Fertigkeiten)
    - (Berufliche Fertigkeiten)
    Ich fordere Sie hiermit schriftlich auf, mir die gesetzlich vorgeschriebenen Inhalte zu vermitteln und mache Sie darauf aufmerksam, dass Sie schadensersatzpflichtig werden können, wenn Sie sich als Ausbilder nicht an Ihre gesetzlichen Pflichten halten.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Unterschrift Azubi ____________

    Wenn sich auch dann nichts ändert, solltest du dir Unterstützung holen. Z.B. bei deiner Gewerkschaft vor Ort. Hier ist ein Kontakt:

    Ver.di Geschäftsstelle Krefeld
    Virchowstr. 130a
    47805 Krefeld
    Tel.: 02151/8167-0
    E-Mail: bz.lnr@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch
    ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!
    Liebe Grüße

    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 16.04.2018 12:30:55


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