Deutscher Gewerkschaftsbund

Urlaubsvertretung

Hallo in die Runde ich hätte da mal eine Frage bzgl. Urlaub.
Um Urlaub nehmen zu können benötigen wir, wie die festangestellten, 3 (!) Urlaubsvertretungen die unsere Arbeit ggf. Übernehmen. Ist dies rechtens? Finde das sehr unüblich und auch mein vertrauenslehrer sieht das ähnlich, aber er kennt kein Gesetz wo das verboten ist. Kenne das von meiner alten Ausbildung so gar nicht.
Darüber hinaus werden die festangestellten Mitarbeiter bevorzugt behandelt.
Möchte ein Mitarbeiter in Meiner Abteilung zur selben Zeit Urlaub nehmen wie ich, bekommt er das ja und ich das Nein.
Kann man da irgendwas machen? Vielen Dank für die Antwort!

Martin : 14.04.2018 08:28:49 |
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  • RE: Urlaubsvertretung

    Hallo Martin,
    Danke für deine Anfrage im Forum. Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst.

    Du hast einen Anspruch darauf, deinen Jahresurlaub im laufenden Kalenderjahr und zwei Wochen deines Jahresurlaubs am Stück und in einer berufsschulfreien Zeit zu nehmen (§7 Bundesurlaubsgesetz).
    Zudem sollte dein Urlaub zusammenhängend gewährt werden (§7 Bundesurlaubsgesetz). Der Urlaub darf nur aufgeteilt werden, wenn du das wünscht oder wenn dringende betriebliche Gründe dafür sprechen. Liegt der Urlaub in der Berufsschulzeit, muss dir für jeden Berufsschultag ein weiterer Urlaubstag gewährt werden.

    Leider gibt es häufig Probleme mit dem Zeitpunkt des Urlaubs. Das Bundesurlaubsgesetz sagt dazu, dass du dich mit deinem Ausbilder auf den Urlaubszeitpunkt einigen musst (§7 Bundesurlaubsgesetz). In der Praxis heißt das: Du stellst einen Urlaubsantrag und dein Ausbilder darf dir den Urlaub nur dann verweigern, wenn wichtige soziale (zum Beispiel Vorrang von Mitarbeitern mit Kindern), oder betriebliche Gründe (zum Beispiel feststehender Betriebsurlaub) dagegen sprechen (§7 Bundesurlaubsgesetz). Wenn es also in deinem Betrieb festgelegte Betriebsferien gibt, musst auch du dich daran halten. Aber häufig wird der Urlaub aus anderen Gründen verweigert wie zum Beispiel Personalmangel. Dieser Grund ist nur in Ausnahmesituationen rechtens, denn der reibungslose Ablauf des Betriebes sollte nicht davon abhängen, ob der Azubi da ist oder nicht.
    Das Bundesurlaubsgesetz sieht nicht vor, dass sich ein Azubi um seine eigene Urlaubsvertretung kümmern muss.
    Wenn du also deinen Urlaub planen willst, solltest du auf Nummer sicher gehen: Stelle einen schriftlichen Urlaubsantrag und bitte frühzeitig um mögliche Termine. Dein Ausbilder muss innerhalb von einem Monat auf deinen Antrag reagieren. Du solltest dir die Urlaubsgenehmigung für einen bestimmten Zeitraum unbedingt schriftlich geben lassen, so hättest du im Streitfall einen Nachweis und die Chancen stehen gut, dass du den Urlaub auch tatsächlich antreten kannst! Reagiert dein Ausbilder nicht innerhalb von einem Monat kannst du davon ausgehen, dass dein Urlaub genehmigt ist. Trotzdem musst du aufpassen, wenn sich der Ausbilder dann plötzlich quer stellt. Denn auch, wenn du dich im Recht fühlst, weil der Urlaub schon genehmigt war: Eigenmächtiger Urlaubsantritt ist Kündigungsgrund (§22 Berufsbildungsgesetz). In diesem Fall solltest du dich lieber an deine Gewerkschaft wenden und versuchen deinen Urlaubswunsch mit legitimen Mitteln durchzusetzen. Hier ist ein Kontakt für dich:

    Ver.di Geschäftsstelle Erfurt
    Schillerstraße 44
    99096 Erfurt
    Tel.: 0361/2117-222
    E-Mail: bz.thueringen@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach deinem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 15.04.2018 11:46:51


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