Deutscher Gewerkschaftsbund

1 Monat daheim bleiben?

Ich habe letztes Jahr 09.2017 mit Ausbildung angefangen. Ich hab aber beschlossen das ich mit den Arbeiterinnen und mit meine Chefin nicht klar komme. Meine Frage wäre jetz Ich habe eine Zusage bekommen und würde dann 09.2018 meine Ausbildung dort weiterführen. Ich habe vor 01.07.2018 Die Kündigung abzugeben meine kündigungs frist ist ja 4 Wochen dann würde ich bis 01.08.2018 arbeiten. Dürfte ich dann 1 Monat daheim bleiben oder muss ich da mich bei Arbeitsamt melden??

Ludmila: 12.02.2018 13:29:11 |
  • RE: 1 Monat daheim bleiben?

    Liebe Ludmila,

    vielen Dank für deine Nchricht. gerne helfe ich dir bei deiner Frage weiter. Wenn du deine Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte weiterführen willst, dann kannst du nicht "ordentlich" mit einer 4 Wochen Frist kündigen. Diese Kündigungsform ist nur bei einem Ausbildungsabbruch möglich. Wenn du deine Ausbildung in einem anderen betrieb fortsetzen willst, kannst du fristos mit sofortiger Wirkung kündigen oder einen Aufhebungsvertrag machen. Beide geht nur unter bestimmten Bedingungen. Hier ein paar Infos für dich zum Thema "Ausbildungsplatzwechsel":

    1. Sobald du genau weißt, dass du im neuen Betrieb wirklich anfangen kannst -und erst dann!- kannst du einen Aufhebungsvertrag machen, wenn dein Betrieb mit deinem Weggang einverstanden ist.

    2. Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz). Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

    • schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz

    • mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel
    • eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten

    • Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)

    • mehrmalig ausbleibende Ausbildungsvergütung
    • wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, sie entzogen wird oder er gar keine besitzt

    • angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist

    • systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)


    Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war. Wenn du aufgrund von Pflichtverletzungen kündigst, die der Betrieb langfristig nicht beheben kann (z. B.: Entziehen der Ausbildereignung) oder es dir absolut unzumutbar ist weiter in dem Betrieb deine Ausbildung fortzusetzen (z. B. bei sexueller Belästigung), dann kannst du sofort unter Angabe der Gründe fristlos kündigen. Wenn dein Betrieb aber die Möglichkeit hat sein Verhalten zu ändern (z. B. bei ausbildungsfremden Tätigkeiten). Anschließend musst du den Betrieb zunächst auf die Pflichtverletzung in Form einer schriftlichen Abmahnung hinweisen und ihn dazu auffordern die Situation zu ändern. Es kann auch sinnvoll sein die zuständige Kammer mit einzubeziehen und die Schlichtung einzuberufen. Die Schlichtung ist eine Besonderheit in der Berufsausbildung, die zum Ziel hat Streitigkeiten zwischen Azubi und Ausbilder bereits vor einem Gerichtsprozess zu klären. Falls sich daraufhin nichts ändern sollte, dann hast du die Möglichkeit fristlos zu kündigen.

    Eine außerordentliche Kündigung zu schreiben, ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb gibt es keine allgemeine Vorlage. Du musst in der fristlosen Kündigung schwere Vorwürfe gegen deinen Ausbildungsbetrieb erheben. Damit die Sache auch wasserdicht ist, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen. Rückendeckung kannst du oft auch nach der Kündigung gebrauchen. Denn wenn der Azubi kündigt, ist der Ausbilder oftmals verärgert und gibt dir nicht immer freiwillig, was dir noch zusteht. Zum Beispiel Arbeitszeugnis, Arbeitspapiere, Restgehalt, Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen.

    Hier ist ein Kontakt für dich
    ver.di vor Ort

    Sitz des Landesbezirks Baden-Württemberg
    Theodor-Heuss-Straße 2 / Haus 1
    70174 Stuttgart

    Tel.: 0711/88788-7
    Fax: 0711/88788-8
    E-Mail: lbz.bawue@verdi.de

    Landesbezirksleiter/in: Martin Gross

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    3. Nachdem deine Kündigung oder der Aufhebungsvertrag durch sind, setzt du deine Ausbildung nahtlos im neuen Betrieb fort. Aber Vorsicht: Du hast wieder bis zu 4 Monate Probezeit.

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 13.02.2018 11:28:41


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