Deutscher Gewerkschaftsbund

Jugend muss Chefsache sein

Jugend-Aktionstag der IG Metall: 20.000 TeilnehmerInnen fordern in Köln eine bessere Politik für die junge Generation.

"Übernahme?" - "Unbefristet!" hallt es im Frage-Antwort-Spiel von links nach rechts am Kölner Heumarkt. La-Ola-Wellen rollen über den Platz. "Ich bin seit Ende meiner Ausbildung im Frühjahr schon in meiner zweiten Befristung. Auch die läuft bald aus. Jetzt muss ich bald zum Arbeitsamt. Das kann doch nicht sein", beschwert sich die junge Gewerkschaftsaktive Isabel aus Hannover.

"Laut und stark" - unter diesem Motto haben sich rund 20.000 junge Menschen zum Jugend-Aktionstag der IG Metall in Köln am 1. Oktober 2011 getroffen. Der Aktionstag ist ein wichtiger Baustein der IG Metall-Jugend-Kampagne "Operation Übernahme", mit der die Gewerkschaft für die Zukunft junger Menschen kämpft.

Die Azubis haben ein Anliegen wie Isabel - oder andere Probleme auf ihrem Weg ins Berufsleben. "Bei jungen Menschen lässt sich am einfachsten kürzen, streichen und Löhne drücken", kritisiert der Bundesjugendsekretär der IG Metall, Eric Leiderer. Sie dürften nicht von der gesellschaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden.

Die IG Metall wirft Politik und Wirtschaft vor, die Interessen junger Leute über Jahre hinweg ignoriert zu haben. "Wir wollen ein Zeichen setzen, damit die Politik endlich die Themen der jungen Generation auf die politische Tagesordnung setzt, sie zur Chefsache macht", bekräftigt Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, später auf der Hauptkundgebung.


Die IG Metall hat ihre Forderungen in der "Charta Junge Generation" zusammengefasst: http://bit.ly/igmetall_junge-generation


(aus der Soli aktuell, Autor: Jürgen Kiontke)

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