Deutscher Gewerkschaftsbund

Befristung und Lohn

Jobs an der Uni oder Fachhochschule sind zugleich auch Minijobs, Midijobs oder kurzfristige Beschäftigungen. Doch im Gegensatz zu anderen Beschäftigungsverhältnissen gibt es am Arbeitsort Hochschule eine strukturelle Benachteiligung von studentischen ArbeitnehmerInnen:

  • eine Befristung beziehungsweise Verlängerung kommt wesentlich häufiger vor
  • durch die Befristung kann der Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld entfallen
  • Studierende sind in den meisten Bundesländern nicht personalrechtlich vertreten
  • endet das Studium, darf die/der ArbeitgeberIn i.d.R. schon deswegen kündigen

Laut Arbeitsrecht sind zwei Jahre Befristung im normalen Arbeitsleben zulässig, es sei denn, es gibt einen triftigen Grund. Ansonsten hat, wer länger beschäftigt ist, eine unbefristet Stelle.
Das gilt überall - außer in der Wissenschaft. Hier erlaubt das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) bis zu sechs Jahre befristete Beschäftigung von der Promotion und nochmal sechs Jahre danach (MedizinerInnen dürfen sogar noch länger).
Zu den ersten sechs Jahren zählt übrigen auch die Zeit, die man während eines Masterstudiums (also nach Erlangen eines Hochschulabschlusses, nämlich des B.A.) arbeitet. Das heißt auf gut deutsch: Wer während des Masterstudiums an der Hochschule arbeitet, sollte sich danch mit der Promotion beeilen, sonst sitzt er/sie auf der Straße, da können die Leistungen noch so toll sein. Klingt absurd, ist aber geltendes Recht.

Außerdem werden studentische Beschäftigte an Hochschulen meist deutlich schlechter bezahlt, als ihre Qualifikation rechtfertigt. Sie sind in den meisten Fällen nicht von tariflichen Regelungen erfaßt (Ausnahme Berlin: Hier gibt es einen eigenen Tarifvertrag für alle studentischen Beschäftigten an den Hochschulen.) und der Stundenlohn variiert nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern manchmal auch zwischen den Hochschulen. Zudem gibt es auch hier ein Lohngefälle zwischen Ost- und Westdeutschland.

Ansonsten gelten aber die üblichen Regeln des Arbeitsrechtes und der Sozialversicherung.

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